Waldsassener Kammermusikkreis e.V.


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          Presse 2012 K2

    Liederabend

    Edelsteine aus Impressionismus und Spätromantik

    Sonatenabend mit Violinistin Yamei Yu und Pianist Wolfram Rieger beim Kammermusikkreis Waldsassen

    Für eine wohltuende Abwechslung sorgte am Samstag das Duo Yamei Yu (Violine) und Wolfram Rieger (Klavier) mit einem Konzert beim Waldsassener Kammermusikkreis im ausverkauften Rathaussaal. Statt Schubert, Mozart oder Beethoven bot ihr Sonatenabend Werke aus Impressionismus und Spätromantik.

    Der Abend begann mit der Sonatine in G-Dur op. 100 von Antonín Dvorák - der Komponist widmete das Werk seinen beiden Kindern. Mit einem energisch gespielten Allegro Risoluto konnte man sofort das perfekt aufeinander abgestimmte Spiel der beiden Musiker erkennen.

    Das Larghetto, in dem angeblich Elemente der Musik nordamerikanischer Indianer verarbeitet wurde, war melancholisch, fröhlich und hochromantisch. Lebensfreude erklang in Scherzo und Trio. Forsch und wild setzte das Finale den großartigen Schlusspunkt. Drei Stücke op. 42 "Souvenir d'un lieu cher" (Erinnerung an einen geliebten Ort) für Violine und Klavier, das Pjotr Iljitsch Tschaikowskij seiner Gönnerin Nadesha von Meck überreichen ließ. Das Werk besteht aus drei kurzen Stücken: In Méditation (ursprünglich als langsamer Satz seines Violinkonzertes gedacht) schwingen sich rasante Läufe aus tiefen Lagen in höchste Höhen hinauf, rasantes Staccato dominiert das Scherzo, und die Mélodie erklingt entzückend anmutig, ruhig und nostalgisch.

    Explosiv, kraftvoll und feurig begann die Sonate für Violine und Klavier op. 119 von Francis Poulenc. Klangreich war der zweite Satz "Intermezzo" mit viel Pedal am Klavier und wunderbar anzuhörendem Zusammenspiel. Packend, dramatisch und sehr spannend gestaltete das Duo den Finalsatz "Presto tragico", in dem Wolfram Rieger mit hochvirtuosem Klavierpart wahre Stürme entfesselte.

    In der abschließenden Violinsonate von Claude Debussy, ursprünglich die Sonate für Violoncello und Klavier, konnte Yamei Yu noch einmal ihre ganze Virtuosität ausspielen: Sie bestach mit rasanten Läufen, gekonnten Flageolett-Melodien und rhythmischen Akzenten. Rieger begleitete mit Bravour, perfekt unisono auch in schnellsten Phrasen.

    Mit Jubelrufen und stehenden Ovationen forderten die begeisterten Zuhörer zwei Zugaben. Rachmaninoff - melodisch und romantisch - und "Fratres" des zeitgenössischen Komponisten Avo Paert - einwandfrei in der richtigen Mischung aus Brillanz und Rhythmus, mit packender Dynamik gespielt - waren weit mehr als bloße Beigaben.

    Von Christiane Zeigler | 14.02.2012 | Netzcode: 3139419

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